
Craniosacraltherapie
Bei der Craniosacraltherapie handelt es sich um eine sehr sanfte und achtsame Form der Körpertherapie. Mit feinfühliger Berührung begleite ich Sie dabei, zu innerer Ruhe und einem tieferen Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele zu finden.
Begonnen habe ich meine Ausbildung in Craniosacraltherapie aus einem ganz persönlichen Beweggrund: Viele Menschen sehnen sich im Alltag nach echter, direkter Berührung. Die Akupunktur ist dafür, so wirkungsvoll sie ist, ein eher punktuelles Werkzeug. Die Nadeln setzen an einzelnen Stellen an, ein durchgehender körperlicher Kontakt findet dabei nicht statt. Während einer Craniobehandlung bleibe ich hingegen die ganze Zeit über in unmittelbarem Kontakt mit meinen Patient:innen – genau diese Ebene der Behandlung ist es, die mir die Craniosacraltherapie so wertvoll macht.
Was ist Craniosacraltherapie?
Der Name „Craniosacraltherapie“ setzt sich aus den Begriffen Cranium (Schädel) und Sacrum (Kreuzbein) zusammen. Beide sind über die Wirbelsäule, die Hirn- und Rückenmarkshäute sowie weitere Strukturen wie Bindegewebe und Faszien miteinander verbunden. Die Methode hat ihre Wurzeln in der Osteopathie und wurde, aufbauend auf Beobachtungen des Osteopathen William Sutherland, als eigenständige Methode entwickelt. Aus Sicht der Craniosacraltherapie entsteht durch die ständige Produktion und Rückresorption der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor) ein feiner, rhythmischer Impuls, der sich über diese Strukturen auf den gesamten Körper überträgt. Dieser sogenannte craniosacrale Rhythmus – auch als Primäratmung bezeichnet – lässt sich, ähnlich einer Atembewegung, im ganzen Körper wahrnehmen und gibt Hinweise darauf, an welchen Stellen im Körper Anspannungen oder Blockaden bestehen.
Mit geschulten Händen erspüre ich diesen Rhythmus und begleite Ihren Körper dabei, Verspannungen und Blockaden sanft und ohne Druck zu lösen. Es handelt sich dabei nicht um ein „Handauflegen“, sondern um eine Behandlung, die eine fundierte Ausbildung und medizinisches Fachwissen voraussetzt. Craniosacraltherapie kann sowohl bei körperlichen als auch bei seelischen Beschwerden unterstützend wirken – für mich gehören beide Ebenen untrennbar zusammen.
Wie läuft eine Behandlung ab?
Wie in meiner Praxis grundsätzlich üblich, steht auch hier zu Beginn ein ausführliches Anamnesegespräch, in dem wir uns gemeinsam einen Überblick über Ihre Situation und Ihr Anliegen verschaffen. Während der Behandlung liegen Sie bequem und vollständig bekleidet auf einer Liege. Ich weise Sie vorab oft darauf hin, dass Sie dabei einschlafen könnten – viele Patient:innen wundern sich zunächst über diesen Hinweis, und sind dann selbst erstaunt, wenn genau das tatsächlich passiert.
Entspannung ist ein passiver Prozess: Sie lässt sich nicht willentlich herbeiführen, sondern stellt sich von selbst ein – und braucht dafür ihre eigene Zeit. Ich vergleiche das gerne mit einem See: Wird das Wasser aufgewühlt, wirbelt das Sediment sofort auf – das geht schnell. Bis es sich wieder vollständig gesetzt hat und das Wasser klar wird, braucht es dagegen deutlich mehr Ruhe. Genauso verhält es sich mit der Entspannung im Körper.
Deshalb nehme ich mir für eine Behandlung viel Zeit: Eine Sitzung dauert in der Regel etwa 60 Minuten, bei Säuglingen und Kindern oft kürzer.
Häufig zeigen sich bereits nach wenigen Sitzungen erste spürbare Veränderungen – wie viele Behandlungen im Einzelfall sinnvoll sind, besprechen wir gemeinsam im Erstgespräch.
Für wen ist die Craniosacraltherapie geeignet?
Die Craniosacraltherapie eignet sich für Menschen jeden Alters – vom Säugling bis ins hohe Alter. Gerade bei Neugeborenen kann sie schon kurz nach der Geburt sinnvoll sein: Der enorme Druck, der während der Geburt auf den kindlichen Kopf einwirkt, kann sich auch auf andere Körperregionen auswirken – da Hirn- und Rückenmarkshäute den ganzen Körper von Kopf bis Kreuzbein durchziehen und miteinander verbunden sind, können sich Spannungen darüber auf den gesamten Körper übertragen. Besonders wenn eine Geburt für Mutter und Kind belastend oder herausfordernd verlaufen ist, kann eine Behandlung unterstützend wirken.
Auch bei Erwachsenen kommt der Berührung eine besondere Bedeutung zu: Dass Berührung beruhigend wirkt, zeigt sich schon bei kleinen Kindern – und lässt sich heute auch wissenschaftlich erklären. In unserer Haut befinden sich spezielle, langsam leitende Nervenfasern, sogenannte C-taktile Afferenzen, die genau auf sanfte, ruhige Berührung reagieren, im Gehirn eine beruhigende Reaktion auslösen und den Parasympathikus – den Teil unseres Nervensystems, der für Ruhe und Erholung zuständig ist – aktivieren können. Besonders geeignet ist die Craniosacraltherapie deshalb für Menschen mit einem stressigen Alltag, deren Nervensystem aus dem Gleichgewicht geraten ist und die sich nach mehr Ruhe und tiefer Entspannung sehnen.
Craniosacraltherapie kann außerdem bei der Verarbeitung von belastenden oder traumatischen Erfahrungen unterstützend wirken. Nicht selten erlebe ich in meiner Praxis, dass sich Emotionen im Körpergedächtnis festsetzen – und dass erst das Ansprechen eines Themas gemeinsam mit der körperlichen Lösung einer Blockade einen spürbaren Impuls zur Veränderung geben kann. Für diese emotionale Begleitung bringe ich neben meiner Ausbildung in Gesprächstherapie auch eine Zusatzausbildung im Focusing mit – einer Methode, bei der das Körperempfinden gezielt genutzt wird, um innere Themen bewusst wahrzunehmen und zu verstehen. So kann ich Sie, wenn während der Behandlung belastende Themen auftauchen, auch sprachlich einfühlsam begleiten.
Anwendungsbereiche
Die Craniosacraltherapie kann unter anderem bei folgenden Themen unterstützend eingesetzt werden:
- Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen
- Stress, innere Unruhe und Erschöpfung
- Unausgeglichenes Nervensystem, Wunsch nach mehr Ruhe und tiefer Entspannung
- Unterstützung bei Kinderwunsch
- Begleitend während der Schwangerschaft und zur Geburtsvorbereitung
- Verspannungen im Becken, z. B. im Zusammenhang mit Endometriose
- Säuglinge nach einer belastenden Geburt
- Kinder mit ausgeprägter innerer Unruhe oder Konzentrationsschwierigkeiten
- Verarbeitung von traumatischen Erfahrungen oder belastenden Lebenssituationen
- Als reine Wohlfühlbehandlung, auch ohne konkretes Beschwerdebild
Mögliche ergänzende Verfahren
Besonders bewährt hat sich in meiner Praxis die Kombination mit der Akupunktur: Während ich manuell am Kopf arbeite, setzt die Akupunktur häufig an sogenannten Fernpunkten an Armen und Beinen an – so lassen sich beide Verfahren gleichzeitig und ergänzend einsetzen.
Je nach Thema kombiniere ich die Craniosacraltherapie außerdem gerne mit Gesprächstherapie. Während die Craniosacraltherapie über die Berührung unmittelbar auf Körper und Nervensystem wirkt, kann die Gesprächstherapie zusätzlich Raum für die Reflexion des inneren Erlebens schaffen. So begleite ich Sie je nach Bedarf auf körperlicher, energetischer und seelischer Ebene.
Gerne begleite ich Sie mit dieser sanften Methode auf Ihrem Weg zu mehr Ruhe, Gleichgewicht und Wohlbefinden.
Bei Fragen oder zur Terminvereinbarung kontaktieren Sie mich gerne, auch ein unverbindliches Erstgespräch ist möglich.

